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Als die US-Bürger am 4. November 2008 überall in den Vereinigten Staaten wählen gingen, stimmten sie nicht nur über den Präsidenten abstimmen ab, sondern auch über die 435 Mitglieder des Repräsentantenhauses sowie ein Drittel des US-Senats. Die Aufmerksamkeit konzentrierte sich zwar auf die Präsidentschaftswahlen, doch kam auch den Kongresswahlen eine grosse Bedeutung zu.

Einflussfaktoren bei der Wahl der Kongressmitglieder

Es gibt drei grundlegende Elemente, die die Kongresswahlen bestimmen: die Partei, zu der die Einwohner eines Bezirks neigen, die Frage, ob der Amtsinhaber erneut kandidiert sowie die Tagespolitik. Das politische System in den Vereinigten Staaten wird als konkurrierendes Zweiparteiensystem beschrieben: Seit Mitte des 19. Jahrhunderts dominieren die Demokratische und die Republikanische Partei die US-Politik. In den vergangenen Jahren gehörten mehr als 99 Prozent der in den Kongress gewählten Vertreter entweder den Demokraten oder den Republikanern an. Ein System mit reinem Mehrheitswahlrecht (single-member district) und nur einem Wahlgewinner bevorzugt ein Zweiparteiensystem. Dritte Parteien oder unabhängige Kandidaten, die von einer Verhältniswahl profitieren würden, haben keine Vorteile, wenn das Ergebnis knapp ausfällt.

In den vergangenen Jahrzehnten war die Konkurrenz um die Mehrheit im Kongress ebenso wie um die Präsidentschaft sehr stark. Dennoch ist die Konkurrenz nicht in jedem Bezirk und in jedem Bundesstaat so stark. Einige Bezirke und sogar einige Bundesstaaten neigen stark in Richtung der einen oder der anderen Partei. So gewinnen die Demokraten beispielsweise üblicherweise in Massachusetts und die Republikaner in Wyoming. Es gab zwar schon Ausnahmen, aber kein Politiker wird in den Kongresswahlkampf 2008 eintreten, ohne das übliche Verhalten der Wähler im Bezirk oder Bundesstaat zu kennen.

Die Wahlergebnisse sind stark davon abhängig, ob ein Amtsinhaber zur Wahl antritt oder nicht. Seit 30 Jahren werden mehr als 95 Prozent der amtierenden Abgeordneten im Repräsentantenhaus, die sich erneut zur Wahl aufstellen lassen, wiedergewählt. Amtierende US-Senatoren sind bei ihrer Wiederwahl ebenfalls erfolgreich gewesen. Sogar bei Wahlen, bei denen sich die Sitzverteilung stark ändert, findet der Parteienwechsel häufiger bei Sitzen statt, für die kein Amtsinhaber antritt. Die Auswirkungen dieser Faktoren werden deutlich, wenn sich mögliche Kandidaten um die Nominierung durch ihre Partei für die Wahl zum Repräsentantenhaus oder Senat bewerben. Bei Sitzen, die möglicherweise heiß umkämpft werden – beispielsweise Sitze, bei denen kein Amtsinhaber zur Wahl antritt, in Bezirken, wo die Mehrheiten zwischen Demokraten und Republikanern sehr knapp sind – ist es keine Seltenheit, dass sich für die Vorwahlen der jeweils eigenen Partei viele Kandidaten aufstellen lassen. Wenn ein Sitz frei wird, aber eine der beiden Parteien den Bezirk dominiert, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Vorwahlen dieser Partei von starkem Wettbewerb geprägt sind, aber in der anderen Partei wird es nur wenig oder gar keine Konkurrenz geben. Wenn ein Amtsinhaber zur Wahl antritt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich ernster Konkurrenz stellen muss, sehr gering, und für die Führung der anderen Partei wird es unter Umständen schwierig, einen Kandidaten zu finden, der bereit ist, anzutreten. Jede dieser Verallgemeinerungen gilt weniger für den Senat als für das Repräsentantenhaus, weil die Sitze im Senat als wichtiger betrachtet und die Wahlergebnisse nicht so leicht vorhergesagt werden können.

Weitere Informationen bietet Ihnen der Artikel "Die Wahlen zum Kongress" ("Congressional Elections") von L. Sandy Maisel, Professor für Politologie am Colby College in Waterville (Maine).

Bei den letzten Wahlen im November 2008 errangen die Demokraten 260 (inklusive der 5 Delegierten und des "Resident Commissioner"), die Republikaner 178 Sitze. 3 Sitze im Abgeordnetenhaus sind momentan vakant.

Durch die Kongresswahlen 2008 werden im Senat momentan 56 Sitze von den Demokraten und 41 Sitze von den Republikanern besetzt. Desweiteren gelten 2 Senatoren als "independents", diese stimmen jedoch in der Regel mit den Demokraten ab. Ein Sitz ist zur Zeit noch vakant.

Siehe auch:
About the USA > Government
About the USA > Government > Elections
About the USA > Regierung
About the USA > Regierung > Wahlen

 

Linklisten
Congressional Elections - Yahoo News
Foreign Press Center: Congressional Elections

Für Schüler
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